Australien hat keinen Bock auf den Osterhasen.
Das liegt nicht daran, dass Geschenke oder versteckte Eier dort unbeliebt wären. Es ist das Tier, an dem sich die Menschen in Down Under stören.
Das Kaninchen gab es vor 200 Jahren in Australien noch nicht. Mitte des 19. Jahrhunderts schleppten europäische Einwanderer das Tier ein, das sich seither seinem Ruf entsprechend vermehrt. Das hat zwei Nachteile: Zum einen fressen die Tiere ganze Landstriche kahl. Zum anderen vertreiben sie heimische Arten aus ihrer gewohnten Umgebung.
Besonders betroffen davon ist der Bilby. Der Große Kaninchennasenbeutler (Macrotis lagotis) sieht aus, als hätten Spitzmaus und Kaninchen ein gemeinsames Junges bekommen. Mit spitzem Riecher und Löffelohren. Das Tier baut ähnlich wie das europäische Kaninchen unterirdische Behausungen und das wird zum Problem. Die eingeschleppten Hoppler übernehmen die Bauten und verdrängen den Bilby zunehmend.
Deshalb starten die Australier eine Charmeoffensive. Anstatt den Hasen an Ostern in ein gutes Licht zu rücken, geben sie dem Bilby diese Ehre. Der Osterbilby aus Schokolade lacht von den Supermarktregalen und aus den Nestern für die Kinder.
Das zeigt, wie wichtig ein Bewusstsein für kulturelle Eigenheiten ist. Eine scheinbar positiv besetzte Figur wie der Osterhase kann in Australien negativ konnotiert sein. Deshalb übersetzen wir immer genau für das Zielland und nehmen entsprechende Anpassungen vor.
Unsere Quellen:
https://www.nationalgeographic.de/tiere/2020/04/der-bilby-australiens-alternativer-osterhase
https://www.geo.de/geolino/natur-und-umwelt/1929-rtkl-bilby-osterhase-mit-ruesselnase
Für die Erstellung des Titelbildes nutzen wir KI.
